Der letzte Monat war emotional herausfordernd.
Vor drei Wochen wurde ein Nachbarsjunge, der im Mai einen Monat im Rafael war, erschossen, als er mit den Rafael- Jungs beim Fussballspielen war. Das hat uns alle tief traurig gemacht. Zu wissen, dass Honduras das gefährlichste Nicht-Kriegs Land ist, ist eines, es aber hautnah zu erleben etwas ganz anderes. Um euch die Situation im Land etwas zu verdeutlichen, einige Erklärungen. Wahrscheinlich wird der oder die Täter nie gefasst, nicht, weil man nicht wüsste wer es war, sondern weil man Angst hat, dass man, wenn man der Polizei etwas sagt, selber umgebracht wird aus Rache. So werden viele Morde nicht geahndet und die Vebrecher machen weiter. Die Jungs leben jetzt teilweise in Angst. Drei wurden aus Sicherheitsgründen ins Casa Alianza verlegt. Nach drei Wochen sehen unsere Jungs die angeblichen "Mörder" auf dem Schulweg und beim Fussball im Nachbarsdorf. Was in ihnen vorgeht ist schwer zu erahnen. Sichtbar ist, dass mehrere von ihnen in der Nacht vor dem Zimmer des Erziehers schlafen. Wir versuchen in die "Normalität" zurückzukehren und uns nicht von den Ängsten anstecken zu lassen. Morgen findet eine weiter Sitzung mit der Psychologin statt, mal schauen wie es weitergeht.
Montag, 29. Oktober 2012
Samstag, 29. September 2012
Mittwoch, 19. September 2012
Danilo, seine Familie und der Traum vom eigenen Haus
Danilo
31 Jahre alt. Honduraner. Ehemann von Suyapa. Vater von vier Kindern. Seit mehreren Jahren Mitarbeiter von Casa Girasol. Maurer und Alrounder von Beruf. 1.60m gross und 65kg schwer.
Vor vier Jahren hat sich sein Leben um 180° geändert. Vom langhaargigen Rastalook Säufer mit Gelegenheitjobs zum zuverlässigen Arbeiter und verantwortungvollen Vater. Noch nie ist mir ein Mensch begegnet der mit soviel Leidenschaft und Glauben von der Bibel erzählt.
Gemeinsam bewohnen sie ein Haus 5m x 5m.
Mir war schon nach kurzer Zeit in Honduras klar, dass die Ausbildung, Weiterbildung der Mitarbeiter ein Schwerpunkt meiner Arbeit sein wird. Ich setzte mir das Ziel, in einem ersten Schritt Helfer zu formen. Pünktlichkeit, Arbeitsleitung, Arbeitsplanung, Verhalten und Sauberkeit sind die vier Bereiche, bei denen wir uns finden mussten. Heute sitzten wir häufig 10 Minuten vor Arbeitsbeginn im Zimmerchen und steigen gemeinsam in den Tag ein. Als nächstes erscheint mir wichtig, dass die Werkzeuge am Ende des Tages sauber wieder an ihrem Platz hängen. Dass die Kinder bei der Arbeit mit schweren, spitzigen oder scharfen Geräten nicht alleine gelassen werden. Und zu guter Letzt, da bin ich noch schwer dran, dass all diese Dinge (ein grosser Teil davon) ohne den 1. Dirigenten (mich) funktionieren.
Danilo ist für mich ein grosses Vorbild, was die Lernbereitschaft angeht. Autofahren, Motorsägen, Hobeln, Fussballübungen, Kochen, Lesen, Schreiben.... sind Beispiele, die er erlernt oder verbessert hat in den letzten zwei Jahren. Viele dieser Dinge durfte auch ich lernen, von Menschen, vom Internet oder anderen Quellen. Ich staune immer wieder, was wir Menschen in kurzer Zeit, mit Willen, Freude und Durchhaltevermögen fähig sind zu erlernen. Ich bin mir sicher, dass Danilo weiter voran gehen und an sich arbeiten wird. Wenn es mehr solche Menschen gäbe, ginge es schnell aufwärts in diesem Land.
Danilo hat sich in den letzten Monaten ein Stück Land gekauft, 14m x 25m, neben seinem alten Haus. Ich machte ihm den Vorschlag, ihn zu unterstützen und in der Schweiz mal nachzufragen, ob jemand den einen oder andernen Franken Spenden möchte. Das ganze Haus wird er selber bauen. Im schwebt ein Betonboden vor, nicht wie in der Schweiz 24cm dick, sondern Steine ausgelegt und mit einer 5cm Schicht überzogen. Die Wände aus Adobe, Dreckziegeln, und das Dach aus Holzsparren und Blechdach.
Für den Boden und den Wandveputz rechnet er mit
drei Camion Sand:
Die Dreckziegel kann er in November selber produzieren und auch die Dachsparren können wir selber zuschneiden, da noch der eine oder andere umgekippte Baum zu finden ist und das honuranische Klima nicht schneesichere Dächer benötigt.
Das bereits gekaufte Bauland.
Wenn du Lust hast mitzuhelfen bei der Finanzierung eines honduranische Häuschen:
PC: 30-449295-3 Vermerk "Danilo"
Ob die Möglichkeit besteht, dass die Heimkinder an gewissen Tagen mithelfen können oder sogar eine Lagerarbeitswoche für sie angeboten wird, muss ich noch abklären.
Danke für euer Interessen
Thomas
31 Jahre alt. Honduraner. Ehemann von Suyapa. Vater von vier Kindern. Seit mehreren Jahren Mitarbeiter von Casa Girasol. Maurer und Alrounder von Beruf. 1.60m gross und 65kg schwer.
Vor vier Jahren hat sich sein Leben um 180° geändert. Vom langhaargigen Rastalook Säufer mit Gelegenheitjobs zum zuverlässigen Arbeiter und verantwortungvollen Vater. Noch nie ist mir ein Mensch begegnet der mit soviel Leidenschaft und Glauben von der Bibel erzählt.
Gemeinsam bewohnen sie ein Haus 5m x 5m.
Mir war schon nach kurzer Zeit in Honduras klar, dass die Ausbildung, Weiterbildung der Mitarbeiter ein Schwerpunkt meiner Arbeit sein wird. Ich setzte mir das Ziel, in einem ersten Schritt Helfer zu formen. Pünktlichkeit, Arbeitsleitung, Arbeitsplanung, Verhalten und Sauberkeit sind die vier Bereiche, bei denen wir uns finden mussten. Heute sitzten wir häufig 10 Minuten vor Arbeitsbeginn im Zimmerchen und steigen gemeinsam in den Tag ein. Als nächstes erscheint mir wichtig, dass die Werkzeuge am Ende des Tages sauber wieder an ihrem Platz hängen. Dass die Kinder bei der Arbeit mit schweren, spitzigen oder scharfen Geräten nicht alleine gelassen werden. Und zu guter Letzt, da bin ich noch schwer dran, dass all diese Dinge (ein grosser Teil davon) ohne den 1. Dirigenten (mich) funktionieren.
Danilo ist für mich ein grosses Vorbild, was die Lernbereitschaft angeht. Autofahren, Motorsägen, Hobeln, Fussballübungen, Kochen, Lesen, Schreiben.... sind Beispiele, die er erlernt oder verbessert hat in den letzten zwei Jahren. Viele dieser Dinge durfte auch ich lernen, von Menschen, vom Internet oder anderen Quellen. Ich staune immer wieder, was wir Menschen in kurzer Zeit, mit Willen, Freude und Durchhaltevermögen fähig sind zu erlernen. Ich bin mir sicher, dass Danilo weiter voran gehen und an sich arbeiten wird. Wenn es mehr solche Menschen gäbe, ginge es schnell aufwärts in diesem Land.
Danilo hat sich in den letzten Monaten ein Stück Land gekauft, 14m x 25m, neben seinem alten Haus. Ich machte ihm den Vorschlag, ihn zu unterstützen und in der Schweiz mal nachzufragen, ob jemand den einen oder andernen Franken Spenden möchte. Das ganze Haus wird er selber bauen. Im schwebt ein Betonboden vor, nicht wie in der Schweiz 24cm dick, sondern Steine ausgelegt und mit einer 5cm Schicht überzogen. Die Wände aus Adobe, Dreckziegeln, und das Dach aus Holzsparren und Blechdach.
Für den Boden und den Wandveputz rechnet er mit
drei Camion Sand:
- 4500 Lempiras
- 7500 Lempiras
Die Dreckziegel kann er in November selber produzieren und auch die Dachsparren können wir selber zuschneiden, da noch der eine oder andere umgekippte Baum zu finden ist und das honuranische Klima nicht schneesichere Dächer benötigt.
Das bereits gekaufte Bauland.
Wenn du Lust hast mitzuhelfen bei der Finanzierung eines honduranische Häuschen:
PC: 30-449295-3 Vermerk "Danilo"
Ob die Möglichkeit besteht, dass die Heimkinder an gewissen Tagen mithelfen können oder sogar eine Lagerarbeitswoche für sie angeboten wird, muss ich noch abklären.
Danke für euer Interessen
Thomas
Donnerstag, 6. September 2012
Projekt Abfall
Wir erhielten den Auftrag, mit den Kindern etwas für das Dorf zu tun. Wir haben uns als Heim vorgenommen, jeweils am Dienstag zwei Arbeitsstunden dem Gemeindwohl zu widmen. An zwei Dienstagen waren wir auf den Strassen, um den Abfall aufzulesen. Wir teilten uns in drei Gruppen von jeweils fünf Kindern und ein bis zwei Erziehern auf. Innerhalb kurzer Zeit füllten wir sechs grosse Abfallsäcke mit Müll!
An einem anderen Dienstag waren wir mit acht Machetten (Handsäbeln) zum Mähen in der Schule. Ziel ist es, das Ambiente zur verschönern und einen guten Eindruck zu hinterlassen.
Sonntag, 2. September 2012
Montag, 27. August 2012
Einführung in die Teamarbeit
Früh übt sich. Wir als Eltern haben nicht vor, die nächsten 15 Jahre die Küche alleine zu machen. Wir wollen nicht nach jedem Essen ein Theater oder eine Drückerei. Folglich suchten wir nach Wegen, wie wir das vermeiden und die Jungmannschaft in die gewünschten Bahnen führen können.
Dienstag, 21. August 2012
Abenteuer Schweiz

Es ist so weit. Nach bald zwei Jahren Abenteuer Honduras steht der Zeitpunkt fest, wann wir in die Schweiz zurück kehren werden. Voraussichtlich Ende April treten wir die Rückreise per Schiff von Miami aus an und werden Anfangs Mai in der Schweiz eintreffen.
Aus verschiedenen Gründen ist die Zeit reif, die Zelt zusammen zu räumen und anderswo wieder neu zu stellen:
Jael erreicht das Schulalter. Will man ihr in Honduras eine ähnliche Schulbidung zu Gute kommen lassen wie in der Schweiz, wäre eine Privatschule unumgänglich. Das würde tägliche längere Schulewege mit dem Auto oder einem Schulbus erfordern, und, und.
Zusätzlich hatte ich in den letzten zwei Monaten vermehrt Müdigkeitserscheinungen. War gereizt, hatte keine Lust auf die Arbeit und musste mich förmlich zwingen, meine mir selber gegebenen Aufgaben wahr zu nehmen. Ich wollte mehr als es meine Kapazität vermochte. Doch das kleine Zwischentief hat mich von der "Minutenscheisserei" (Überpünktlichkeit) weggebracht und ich lege jetzt mehr Wert auf die freiwillige Mitarbeit der Jungs. Mir geht es wieder gut.
Die Andersartigkeit: der desorganisierte Lebenstil, das Sein in der Gegenwart, der Umgang mit Tieren, Mitmenschen und Natur und die Umsetzung der Gesetze sind Beispieltehmen der grossen Unterschiede der zwei Kulturen. Ich vermute, wenn man sich länger diesem Spagat aussetzt wird die Rückkehr in die Heimat, von Jahr zu Jahr schwieriger.
Die finanzielle Lage, mit den treuen monatlichen Spendern würde es uns erlauben weiter zu machen. Danke euch! Doch das Loch in der AHV würde von Jahr zu Jahr wachsen.
Und zu guter Letzt unsere Familien, unsere "Göttikinder", Freunde und Bekannte fehlen uns, mir immer mehr. Jael gefällt es hier, doch in der Schweiz habe sie mehr Freunde.
Wo wir in der Schweiz stranden und arbeiten werden ist noch in Bearbeitung. Vom Model, Susi soll die Brötchen nach Hause bringen über 50/ 50 bis ..... mal schauen was die Zukunft bringt.
Liebe Grüsse aus Honduras
Thomas
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