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Mittwoch, 7. März 2012

Tagesfreude

Zum ersten Mal in meinem Leben fällte ich einen Baum, krank versteht sich. Eine Motorsäge, ein Handbuch von Stihl, sowie Danilo und Elmer. Mit dem Wissen, was alles passieren kann, ich erinnere mich wie ich als 8 jähriger um ein Haar von einem Baum erschlagen wurde, lese ich mehrmals die Anweisungen im Handbuch. Eigentlich ganz einfach. Baumwuchs, Hanglage, andere Bäume, Wind und, in unserem Fall, Busse sowie sanitäre Einrichtungen sind die Faktoren. Diese paar Dinge dienen zur Findung der Fallrichtung. Ein Keileinschnitt und dann der Fallschnitt. Vor dem Fallschnitt ein "Achtung!!!". Nachdem der Fallschnitt 4 cm beim Keil angelangt ist, werden die Keile gesetzt und ein weiteres "Achtung" ertönt. Zwei, drei Schläge mit der Axt, ein leises Knacken und der Baum kippt.
Der erste Baum ging nicht so recht dahin, wo wir wollten, doch der zweite küsste den Boden nach Plan. Was für ein Gefühl! Nichts geschehen und der Baum an dem geplanten Ort.
Aus dem Holz dieser Bäume werden in den nächsten Wochen ein Tisch, zwei Bänke und mehere Pfosten entstehen. 


Dienstag, 6. März 2012

Punktesystem

Mein Zeit in der Schweiz hat mich veranlasst, das eine oder andere zu überdenken. Die grösste Veränderung, die ich vorgenommen habe, ist die Bewertung des Verhaltens der Kinder, das Punktesystem. Weg von vielen Zahlen und Punkten, die sowieso nur ich verstehen wollte, zu den zwei Strichen.

  • Strich eins: Verhalten
  • Strich zwei: Bereitschaft am Programm mitzumachen. 
Wieviel jeder Strich zählt kann man für alle gleich anwenden oder individuell anpassen. Die erste Abrechnung ist noch offen. Die ersten zwei Wochen haben sich bewährt. Die Kinder sind zum grössten Teil motiviert und sind mehr als nur anwesend.

Ausserdem hat das letzte Jahr vermehrt gezeigt, dass es nicht einfach ist, eine Struktur aufzubauen,wenn mehrere Betreuungsparteien beteiligt sind. Da mir nicht alle Regeln passen, die im Rafael gemacht werden, haben wir uns entschieden, den Kindern vermehrt ein freiwilliges Programm im Casa Girasolgelände anzubieten, wo natürlich unsere Regeln gelten. Die Kinder sind Montag und Freitag pünktlich, zu meiner eigenen Überraschung, um 7 Uhr bereit zur Abfahrt. Rösslireiten, Hobeln, Sägen, Mauern, Spielen und das Fussballspiel an der Strasse füllen einen halben Tag locker aus. Dienstag und Donnerstag unterstützen wir das Team von Casa Alianza mit den anstehenden Unterhaltsarbeiten.

Das Leben in zwei so verschieden Kulturen ist einerseits eine riesige Bereicherung und an gewissen Tagen eine Zerreisprobe des Nervenkostüms.

Wie so häufig in meinem Leben ist es die gute Mischung, die den Erfolg bringt. Ein Schweizhonduranischer Stall (inzwischen ist noch eine Wand mehr dazugekommen und ein selber gemauerter Brunnen).

Sonntag, 26. Februar 2012

Füdlikampf

Um den Kaffe zu verkaufen unternahmen wir einen Ausflug nach Marcala. Eine befreundende honuranische Familie besitzt da eine riesige Kaffeplantage. Neben den vielen unterschiedlichen Gewohnheiten, die sich aus den zwei Kultern ergaben eine lustige Situation.
Die Mutter, der honduranischen Familie, kam grinsend in die Küche. Es ist morgen um zehn und nach den Cornflakes (Hundefutter in Honduras), ist jetzt das richtige Frühstück dran. Bohnen, Reis und Tortillas. Nereyda, die Mutter, ruft mich in die Dusche wo Jael mit ihrem Sohn Timoteo am Duschen ist. Hintern an Hintern die Hände gegen die Wände stemmend. Wer ist stärker.
Ich musste schmunzelnd an meine Füdlikämpfe zurück denken.

Montag, 6. Februar 2012

Hurra Maschinen


Hurra, die Motorsäge und die Motorsense sind in Honduras angekommen und laufen einwandfrei.
Der Eine oder Ander denkt vielleicht: "na und", doch es ist nicht selbstverständlich. Die Maschinen wurden mit einem Container von der Schweiz nach Italien transportiert und dann per Schiff Richtung Honduras. Sie passierten mehrer Zölle. Im Hafen von Honduras angekommen machte der Container eine mehrtägige Pause. Auf der Frachtliste war ein Produkt drauf, das den Zollbeamten gar nicht gefiel. Da Korruption und Diebstahl Alltag sind, rechnete ich nicht mehr mit den Maschinen. Man kann sich täuschen.

Jetzt freue ich michdaran, meinen honduranischen Freunden den Umgang mit diesen Geräten beizubringen. Ich von meiner Seite lerne den Zweitaktmotor auch neu kennen. In der Schweiz drückte ich mich immer vor jeglichem Schleifen, tanken und reinigen.

Sorg geben? Ich beobachte, dass ein grosser Teil der Menschen hier nicht Sorg geben können zum Material. Wie auch? Sie haben es nicht gelernt, das Material taugt nichts oder sie haben kein Geld dafür. Auf eine Dartscheibe wir mit voller Wucht geschossen, meine Voraussage sind drei Wochen bis die Pfeile brechen. Ich bin bestrebt, meinen honduranischen Mitarbeitern den sorgsamen Umgang mit Maschinen, Dartpfeilen und anderen Dingen vorzuleben und die Konsequenzen (kein Spiel, mähen von Hand oder Handsäge) immerwieder aufzuzeigen.

Danke an alle, die es ermöglicht haben, dass die schönen Maschienen Lernchancen hier sind.

Mittwoch, 1. Februar 2012

Unser Auto in der Werkstatt

Ich, Susan, verstehe ja nicht viel von Autos, hab in der Schweiz auch noch nie dem Mechaniker bei der Arbeit zugeschaut. Jetzt sitze ich da in der "Autogarage" und staune wieder einmal darüber, wie einfach, mit wie wenig es auch geht. 3x5 Meter sind mit Blech überdacht und betoniert, der Rest offen, ein kleiner abschliessbarer Raum mit zwei ausgebauten Autosesseln, einer Werkzeugkiste, etwas Fett, einigen Haken an der Wand, zwei Kübel mit kleinen Erstatzteilen und Schrauben... Mit einem einfachen handgetriebenen Wagenheber wird das Auto hochgehoben, die Bremsgehäuse (keine Ahnung, wie das richtig heisst) ausgebaut und in einem Kübel mit Wasser aus dem Fass gewaschen. Das überschüssige Fett wird in den Strassengraben geleert. Der Mechaniker erkärt mir, was nicht in Ordnung ist (verstehe wieder nur Bahnhof) und nachdem ich ihm das Geld für die Erstatzteile gegeben habe (die ca. 100 Franken hat er nicht zum Vorschiessen zur Verfügung), überlass ich ihm die Arbeit und gehe mit dem Bus nach Hause. Er wird mir das Auto am Nachmittag bringen. Das Welblechtor bringe ich fast nicht auf, die 2 Hunde (billige Wächter), die immer dort sind, verabschieden mich. Von aussen sieht man nicht, dass dahinter eine Werkstatt ist. Hört sich abenteuerlich an, aber der Mechaniker macht seine Arbeit gut.

Fast so abenteuerlich sieht es aus     








Freitag, 27. Januar 2012

Projekt Kaffe Abgeschlossen

In unserer Ferienzeit in der Schweiz lief die Kaffeernte auf Hochtouren. Zum zweiten Mal nahm das Casa Girasolteam mit willigen Jungs die Kaffeelese in
Angriff. Wieviel Arbeit es braucht, bis der Kaffee in der Tasse ist, zeigen folgende Bilder, wobei noch das Rösten und Mahlen der Bohnen fehlen.
 Lesen des Kaffes
Pellen des Kaffes


Der Kaffee erscheint
Waschen des Kaffees
Trocknen des Kaffees auf unserem Balkon


Ich werde langsam zum Kaffeekenner, schwarz und ohne Zucker muss er sein.

Obwohl ich den grösste Teil der Ernte in der Schweiz war, durfte ich mich um den Verkauf kümmern. Fast 500 Franken für 302 Libras (zirka 150kg) durften wir einnehmen. Von diesem Geld wird mehr als die Hälfte in Form eines Ausflugs an die Kinder und Erzieher, die sich an der Lese beteiligt haben weitergegeben. Den  Restbetrag werden wir für Kompost und Werkzeug einsetzen, damit die nächste Ernte einen noch besseren Ertrag einbringt.

Donnerstag, 19. Januar 2012

Schweiz

Wir haben einen wunderschönen Monat in der Schweiz gehabt und wurden voll verwöhnt in Oberfrick und Winterthur. DANKE!!!

Empfangskomitee



Viel Zeit für Familie und Freunde




Wir haben uns wohlgefühlt
Juhui, mit den Cousins Filmli luege



Ausflug mit Götti Chrigi
Schnee, Juhee!